Jeder Stachel zählt.
Mit Kindern gemeinsam entscheiden
Der Igeltraum ist die Anlaufstelle für das Systemische Konsensieren® in Kindergarten, Hort und Schule: kindgerecht, im Alltag erprobt und mit einem Igel, den alle Kinder verstehen. Und Erwachsene ebenso. Damit alle gewinnen.

Kinder sollen mitbestimmen, und Streit ist vorprogrammiert? Das muss nicht sein.

Kennen Sie das? Sie wollen die Kinder bei der Wahl des Ausflugs mitbestimmen lassen, und es passiert Folgendes: Vier Kinder wollen in den Wald, drei auf den großen Spielplatz, drei an den Fluss, zwei auf den kleinen Spielplatz. Sie erklären, dass die Mehrzahl für den Wald ist, und verkünden es als Entscheidung. Ihr mulmiges Gefühl lässt sich leicht erklären:
Vier Kinder haben gewonnen, acht haben verloren. Und der kleine Hans hat gar nicht erst die Hand gehoben.
Bild: mit KI erstellt (ChatGPT) – keine Illustration von Daria Berndt.
Das Problem
Demokratisch abstimmen heißt für die meisten: Die Mehrheit entscheidet. Fair und tragfähig ist das selten.

1
Die Mehrheit ist oft eine Minderheit.
Im Wald haben 4 von 12 Kindern gewonnen, denn sie bilden eine relative Mehrheit. Tatsächlich kann es dann passieren, dass die wirkliche Mehrheit bei etwas mitmachen muss, was ihr widerstrebt.
2
Handzeichen zeigen kein Konfliktpotenzial.
Wer die Hand hebt, zeigt nur, was sie oder er lieber mag. Vielleicht war der Wald für manche nur das kleinste Übel. Wie viel Unbehagen, Spannung und Widerstand in jedem Vorschlag steckt, misst bei der Mehrheitsabstimmung niemand.
3
Es gewinnt, wer sich durchsetzt.
Laute Kinder und Freundschaften zählen mehr als die beste Lösung. Die Leisen, wie Hans, gehen unter.
Dies sind nur ein paar Nachteile des Mehrheitsentscheids.
Die Folge: Viele ordnen sich der Mehrheit unter, statt gemeinsam eine klügere Lösung zu finden.
Aber es geht auch anders.
Die Idee
„Wie viele Stacheln stellt dein Igel auf?“
Statt zu fragen, wer für etwas ist, fragen wir beim Igeln: Wie sehr sträubt sich dein Igel? So findet die Gruppe nicht nur schnell die größten Hebel für bessere Lösungen, sondern auch den größten gemeinsamen Nenner. Unbehagen wird gehört und berücksichtigt, statt überstimmt. Dennoch bleibt die Gruppe immer handlungsfähig.
Das Igeln ist die kindgerechte Form des Systemischen Konsensierens nach dem SK-Prinzip.

Keine Stacheln
Passt mir gut.
Hand aufs Herz

Ein paar Stacheln
Da sträubt sich ein bisschen was.
Eine Hand nach vorn

Alle Stacheln hoch
Da will ich gar nicht hin.
Beide Hände nach vorn

Egal wie laut oder leise.
Was Kinder beim Igeln lernen
Die Kinder lernen Beteiligung, indem sie sie erleben.
Sie hören auf die eigene Stimme und entwickeln ihren eigenen inneren Kompass.
Wer „gewinnen“ will, muss die anderen mitbedenken. Das fördert Perspektivübernahme.
„Mein Nein zählt. Ich zähle.“ Kinder werden in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt.
Sie lernen, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam Lösungen zu finden, die alle mittragen.
Wer als Kind erlebt, dass Widerstand zählt und niemand verlieren muss, trägt das weiter: ins Team, in die Schule, in die Gesellschaft. Genau diese Fähigkeiten braucht die Demokratie.
Warum Igeln so wichtig ist →In Kindergarten und Hort ausprobieren
Im Morgenkreis, beim Draußentag, im Streit ums Spielzeug: So führen Sie das Igeln in Ihrer Gruppe ein.
Igeln in Kindergarten und HortIn der Schule ausprobieren
Im Klassenrat, bei der Projektwoche, bei der Sitzordnung: So igeln Sie mit Ihrer Klasse.
Igeln in der SchuleIm Team besser entscheiden
Für Teams in Kindergarten und Hort, Kollegien und Leitungen: Dienstberatungen und Konferenzen, die zu Ergebnissen führen.
Igeln im TeamAktuelles
Neu im Igeltraum

Hier wird schon geigelt
„… und dass man nicht gleich den Mund bewegt, denn der Mund braucht auch mal ’ne Pause.“
Emelie, 6 Jahre, Kinderrat Friedersdorf · Zur Geschichte →



