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Igelgeschichte
Team
Teamtag

Aus Mauern werden Fenster

Ein Hamburger Träger für integrative Kinderbetreuung steckt mitten in einer Umstrukturierung, das Vertrauen im Team ist angeknackst. Ein Teamtag mit Systemischem Konsensieren soll helfen – am Ende steht eine Vereinbarung ohne einen einzigen Widerstand.
Von Nayoma de Haen und Adela Hurtado Mahling
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Hände, die sich im Kreis gegenseitig an den Handgelenken halten
Am Anfang wirkt die Stimmung im Kreis verhalten bis bedrückt. Im Vorfeld hat es Vorwürfe und hitzige Diskussionen gegeben. Kommt es heute zum großen Knall? Die Einrichtung ist schnell gewachsen, die eingeschliffenen informellen Beteiligungswege brauchen ein Update, und viele sind verunsichert, was die Umstrukturierung für sie bedeutet.

Eine offene Leitfrage

Zuerst wird der Widerstand gegen die Leitfrage abgefragt, die mit der Leitung vorbesprochen ist: „Welche Vereinbarungen treffen wir, um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern?“ Die allgemeine Frage irritiert manche, doch alle können sich darauf einlassen. Im Lauf des Tages zeigt sich, wie viel kreativen Spielraum gerade diese Offenheit eröffnet.

Hinter den Sorgen: Bedürfnisse

Beim Sammeln der Wünsche an gute Lösungen kommen erst einmal viele Sorgen zur Sprache. Die Moderation hilft, die Bedürfnisse dahinter herauszuarbeiten: mehr Transparenz, Klarheit und offene Kommunikation, mehr Einbeziehung und konkrete Entlastung im Arbeitsalltag.

Wenn Mitgestalten möglich wird

Nach der Mittagspause kommt noch einmal Unmut auf: Warum wird nicht über die Fakten der Umstrukturierung gesprochen? Es ist ungewohnt, auf eine lösungsorientierte Frage zu schauen. Doch als klar wird, dass hier und heute mitgestaltet werden kann, kippt die Stimmung. Wo vorher Misstrauen war, entsteht eine konstruktive Diskussion – von da an ist die knappe Zeit das einzige Problem.

Mit den Kontrahenten ins Gespräch

In Kleingruppen entstehen Vorschläge zu vier Themen, die die ganze Gruppe konsensiert, also auf Widerstände prüft. In kurzen Gesprächsrunden tauschen sich die Teilnehmerinnen über die Gründe ihrer Einwände aus. Wer den eigenen Vorschlag voranbringen will, hat nichts davon, andere abzuschmettern. Sinnvoller ist es, mit den scheinbaren Kontrahenten zu klären, wie ein Vorschlag weniger Widerstand bekommt – und nebenbei wächst das Verständnis füreinander.

Beschlossen mit null Widerständen

Die neuen Erkenntnisse fließen in überarbeitete Vorschläge. Am Beispiel einer neuen Struktur für die monatlichen Teamkonferenzen zeigt die Moderation das weitere Vorgehen: Die Gruppe nimmt den Vorschlag mit null Widerständen an. Beschlossene Sache.

Wie sich die Stimmung gewandelt hat

Die Gruppe ist selbst überrascht, wie schnell ein konstruktives Miteinander entstanden ist. Vieles ist noch zu klären, und Ängste brauchen weiter Raum. Doch im Feedback wird deutlich, wie sehr sich die Stimmung verändert hat: „Ich dachte erst, das wird hier heute richtig krachen“, sagt eine Mitarbeiterin, „ich bin sehr froh und erleichtert, dass es so konstruktiv war!“
„Die Ängste sind nicht verflogen, aber die Herangehensweise passt besser als das, was wir vorher gemacht haben“, meint eine andere. Und eine dritte: „Das einfache Zahlensystem ist super, weil es uns sonst so schwerfällt, Entscheidungen zu treffen.“
Den vollständigen Bericht von Nayoma de Haen und Adela Hurtado Mahling finden Sie im PDF.
Steckbrief
Wer
Team eines Hamburger Trägers für integrative Kinderbetreuung
Dabei
15 Teilnehmerinnen, darunter zwei Frauen aus dem Vorstand
Format
ein Teamtag, moderiert von Adela Mahling und Markus Castro
Leitfrage
Welche Vereinbarungen treffen wir, um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern?
Tipp
Nach der Lösung fragen, nicht nach dem Problem
Eine offene Leitfrage wie „Welche Vereinbarungen helfen uns?“ irritiert erst – und schafft dann Spielraum für Ideen, statt alte Konflikte neu aufzurollen.
„Vorher hatte ich das Gefühl, wir haben ganz viele Mauern zwischen uns; die Umkehrung der Fragestellung hat das aufgelöst.“
Eine Teilnehmerin in der Abschlussrunde

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