Igelgeschichte
Team und Eltern
Fachartikel
Anders entscheiden
Wohin geht der Ausflug, welches Projektthema nehmen wir? Am Beispiel einer Kindertageseinrichtung zeigen Adela Mahling und Susanne Kühn, wie der Blick auf die Widerstände zu Entscheidungen führt, die Team, Eltern und Kinder mittragen.
Von Adela Mahling und Susanne Kühn, erschienen in KiTa aktuell spezial 5/2021
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Ein Team will ein neues Projektthema festlegen. Es wird diskutiert, Argumente drehen sich im Kreis, schließlich wird abgestimmt. Der Vorschlag mit den meisten Stimmen gewinnt – und alle sollen ihn mittragen. Doch wenn das Thema für jemanden gar nicht passt, leidet die Mitarbeit.
Fünf Bonbons oder fünf saure Gurken?
Was das Team bei der Abstimmung nicht erfährt: Wählt es gerade zwischen fünf Bonbons oder zwischen fünf sauren Gurken? Vielleicht wäre es am sinnvollsten, die Projektwochen zu verschieben. Vielleicht gäbe es einen Vorschlag, mit dem alle gut leben könnten – wenn man ihn denn erkennen würde.
Messbar wird die Akzeptanz, wenn man nicht fragt, welcher Vorschlag der beste ist, sondern wie viel Widerstand es gegen jeden einzelnen gibt. Dann entsteht eine völlig neue Situation.
Eine Elternecke ohne Kampfabstimmung
Im Beispiel des Artikels geht es um eine Sitzecke für Eltern im Eingangsbereich, ein Thema, das schon lange geparkt war. Die Leitung fragt zuerst mit Handgesten, wie viel Widerstand es gibt, das Thema wieder aufzugreifen. Nur Frau B. hebt beide Hände – sie hat gerade keine Energie übrig. Würde es sie keine Zeit kosten, hätte sie keinen Widerstand. Die Gegenprobe zeigt: Das Thema liegen zu lassen, stößt auf viel mehr Widerstand.
Aus solchen Anliegen werden „Wünsche an eine gute Lösung“: keine Zusatzarbeit, gemütlich, aber leicht zu pflegen. Dann bewerten alle die gesammelten Vorschläge auf einer Skala von 0 bis 10 – auch die Passivlösung, alles so zu lassen, wie es ist. Bedenken werden im Gespräch aufgegriffen, Vorschläge verbessert, bis sich kein Widerstand mehr regt. Hinterher fällt dem Team auf: Niemand wollte sich unbedingt durchsetzen.
90 Prozent der Eltern machen mit
Für die Projekttage lädt die Einrichtung die Eltern ein, eigene Vorschläge zu machen. Auf einer Infotafel hängen bald acht Vorschläge, daneben Bewertungszettel von 0 bis 10. Statt der Hälfte der Eltern beim Elternabend beteiligen sich nun 90 Prozent. Und der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand kommt von einer Elterngruppe, die gleich bei der Umsetzung mithelfen will.
Auch Kinder zeigen ihre Widerstände
Motiviert von diesen Erfahrungen probieren die Fachkräfte das Verfahren auch mit den Kindern aus – damit sie früh lernen, ihre Wünsche und Widerstände einzubringen und die der anderen mitzudenken. Wie das geht, beschreibt der vollständige Artikel.
Den Fachartikel aus KiTa aktuell spezial finden Sie im PDF.
Steckbrief
Worum es geht
Entscheidungen im Team, mit Eltern und mit Kindern
Beispiele
Elternecke im Eingangsbereich, Projekttage
Format
Fachartikel
Erschienen
KiTa aktuell spezial 5/2021
Tipp
Die Passivlösung mitbewerten
Fragen Sie immer auch: Wie groß ist der Widerstand, alles so zu lassen, wie es ist? Nur Vorschläge mit mehr Akzeptanz als der jetzige Zustand sind tragfähig.
„Es geht also um die Akzeptanz einer Lösung und nicht um die meisten Stimmen.“
aus dem Artikel
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